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Exklusive Kunst. Die teuersten und ausgefallensten Kunstwerke der Welt

In Kunst, Magazin by LuxusguruLeave a Comment

Die Malerei des Impressionismus, des Expressionismus und der klassischen Moderne erzielt Millionenpreise: 2008 versteigerte das Auktionshaus Christie’s Claude Monets „Seerosenteich“ für 51,7 Millionen Euro, 2012 ging Edvard Munchs berühmtes Bild „Der Schrei“ bei Sotheby’s für 91,3 Millionen Euro an einen anonymen Käufer. Ein weiterer unbekannter Sammler erwarb Pablo Picassos „Nackte, grüne Blätter und Büste“ für annähernd 82 Millionen Euro und für Mark Rothkos Farbfeldgemälde „Orange, Red, Yellow“ wurden 66,4 Millionen Euro gezahlt. Doch auch Künstler aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts –  Willem de Kooning, Francis Bacon, Gerhard Richter oder Jeff Koons – gehören zu den teuersten der Welt.
Käufer entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für solche Rekordinvestitionen. Es gibt den wirklich kunstinteressierten Sammler und es gibt Menschen, die sich von kostspieligen Kunstwerken Luxus versprechen. Wiederum andere Käufer betrachten Gemälde, Skulpturen oder Installationen als Wertanlage. All dies wirft Fragen auf: ob nämlich Kunst tatsächlich um ihrer selbst willen für wertvoll erachtet wird oder ob ihre Bedeutung allein durch Höchstpreise auf dem Kunstmarkt oder durch Schätzungen in Ratgebern und Fachzeitschriften entsteht.

Beispiele aus der Malerei: Francis Bacon und Gerhart Richter

Francis Bacons Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ entstand 1969 und erzielte im November 2013 bei Christie’s den bislang höchsten Auktionspreis von 106 Millionen Euro. Die drei Bildtafeln zeigen Bacons Künstlerkollegen und Weggefährten Lucian Freud auf einem Bistrostuhl und in ähnlichen, dennoch aber leicht variierenden Posen. Die geschwungenen Horizontlinien, die klar abgegrenzten Farbflächen und das den sitzenden Freud eingrenzende Liniengerüst zählen zu den charakteristischen Gestaltungskriterien des Malers. Auch die deformierten, fast schon maskenartig dargestellten Gesichtszüge Lucian Freuds tauchen in ähnlicher Form in zahlreichen anderen Bacon-Porträts auf. Inspirieren ließ sich Francis Bacon von der Kunstgeschichte: von Diego Velázquez und Francisco de Goya ebenso wie von den Surrealisten.
Dagegen orientiert sich der 1932 in Dresden geborene Maler Gerhard Richter an wegweisenden kunsthistorischen Tendenzen der Fünfziger- und Sechzigerjahre: am so genannten Abstrakten Expressionismus, am Stil des Fluxus, am Fotorealismus und an der Pop Art. Er experimentierte zunächst mit rasterartig angeordneten Farbtafeln oder unscharfen, verwischten Grautönen. Sein Ölgemälde „Domplatz, Mailand“ aus dem Jahr 1968 wirkt wie eine verschwommene Schwarz-Weiß-Fotografie, sein 1994 geschaffenes „Abstraktes Bild“ hingegen besteht aus diffus aufgetragenen gelben, grünlichen, roten und dunklen Farbflächen. In den letzten Jahren hat sich Richter ganz auf ungegenständliche Bilder konzentriert. Sein Spätwerk lebt von farblichen Kontrasten, scheinbar verlaufenden Farbschlieren und Farbspritzern. Er selbst bezeichnet seine Werke als Bilder ohne Sinn, ohne Symbolik und ohne Moral. Dennoch gilt Richter als einer der teuersten lebenden Maler der Gegenwart. Der Musiker Eric Clapton verkaufte sein „Abstraktes Bild“ im Oktober 2012 für 26,5 Millionen Euro, ein Jahr später versteigerte Sotheby’s „Domplatz, Mailand“ für knappe 29 Millionen Euro. Schlichte und von jeglicher Bedeutung befreite Kunst verhilft ihren Schöpfern zu Rang und Namen, Spitzenerlöse adeln einzelne Werke zum Luxus und zum Prestigeobjekt.

Beispiele aus der Objektkunst: Jeff Koons

Auch Werke aus der Hand des Objektkünstlers Jeff Koons werden für unglaublich hohe Summen verkauft. Der Amerikaner bedient sich der Waren unserer Konsumgesellschaft und verfremdet seine Motive – beispielsweise Nippfiguren oder stereotype Bilder aus der Werbung – auf ironische Weise. Zu seinen bekanntesten Werken zählen abstrahierte Skulpturen, wie sie Straßenkünstler aus Luftballons knoten: Hunde, Schwäne, Affen oder Hasen einerseits und überdimensionale Blumenmotive andererseits.
2008 wurde die fast drei Meter hohe „Balloon Flower (Magenta)“ aus verchromtem Edelstahl für 16,3 Millionen Euro versteigert, 2013 zahlte ein Käufer für „Balloon Dog (Orange)“ ganze 43,5 Millionen Euro. Ein unverwechselbares Original haben beide Sammler allerdings nicht erworben. Ratgeber und Experten weisen immer wieder darauf hin, dass Koons seine Skulpturen in Serie produziert. So sind sowohl von „Balloon Flower“ als auch von „Balloon Dog“ vier weitere Varianten in anderen Farben entstanden. Zugleich ist Jeff Koons gerade mit seiner Kritik an der Konsumwelt zum wohl teuersten Künstler unserer Zeit aufgestiegen: Die Mechanismen des Kunstmarktes und die angestrebten künstlerischen Aussagen stehen in deutlichem Widerspruch.

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